Music Mixtape

Der schweizerisch-tansanische Sänger MSOKE über die Entstehung und Bedeutung seiner Musik.

MSOKEs wurde in Tansania geboren, später wuchs er in Zürich in einem musikaffinen Umfeld auf. Sein musikalischer Werdegang begann vor über 22 Jahren, führte auf viele große Bühnen Europas und mündet in deepem, urbanem Soul mit hörbaren Wurzeln in der Afro-, Soul- und Reggae-Musik. Mit tiefgründigen Lyrics möchte er allen das Herz öffnen. Seine nicht alltägliche Lebensgeschichte und der Kampf um Toleranz – er wurde als Frau geboren und machte ursprünglich als Ragga-Queen Karriere – finden sich in manchen seiner Texte wieder. Kein leichtes Unterfangen, denn große Teile der HipHop- und Reggae-Szene sind nicht gerade bekannt für ihre Offenheit gegenüber homosexuellen, geschweige denn transsexuellen Menschen.

"Murder Time" – Murder Time (Buback, 2003)
Mein erster Track, der in Deutschland released wurde. Bis heute lieben und spielen ihn die Radio-Stationen. Bei diesem Song geht es um Zeit – oft hat man nicht genug davon übrig oder man schätzt sie nicht richtig. Diesen ständigen Stress wollte ich thematisieren und ihm so auch ein bisschen entkommen.

"Survive" – Survive EP (Buback, 2004)
Diesen Song schrieb ich, um die schweren Zeiten in einem positiveren Licht zu sehen, denn jeder Tag in meinem "früheren" Körper war die Hölle, und dieser Song hat auch vielen anderen Kraft gegeben.

"Nakupenda Malayka (Part II)" – Namusoke (Chilly Media, 2006)
Der Titel ist Swahili und bedeutet "I love ya angel", ein wenig hab ich mich da von einem bekannten kenyanischen Traditional bzw. Pop-Song inspirieren lassen. Die Nummer ist ein tiefer Herzschmerz-Song für mich – und ein bisschen Herzschmerz kommt meist auch beim Publikum gut an.

"She Said No" – Don't Try Me (Chilly Media, 2010)
Ein Track für alle Frauen und gegen Sexismus. Auch wenn ich nun selber einen anderen Weg gehe, kämpfe ich nach wie vor gegen Sexismus, Homo- und Transphobie in unserem System – auch aktiv in der Kampagne "Make Some Noise". Nach so langer Zeit im Musikgeschäft tut es gut, sich nicht mehr alleine dafür einzusetzen.

"Human" – Don't Try Me (Chilly Media, 2010)
Ganz klar die Message, dass wir alle Menschen sind und mehr Toleranz üben sollten gegenüber dem, was anders ist, oder gegenüber denen, die anders sind als wir. Damit wir einmal in der Lage sein werden als unterschiedliche Menschen und Nationen zusammen in eine Richtung zu gehen.

Generell habe ich mich nicht von einzelnen Künstler_innen inspirieren lassen. Es gibt Künstler_innen, die mir mit ihren Songs sehr viel Kraft und Mut gegeben haben durch ihre Message, wie etwa Lauren Hill, Michael Jackson oder Tina Turner. Turners Geschichte, ihre Lebenskraft und ihre Musik sind Essenz für vieles. Aber es gibt keinen speziellen Song oder Musikstil, dem ich nacheifere. Ich bin einfach in der Soul-, Reggae- und Dancehall-Szene aufgewachsen und bewege mich seither in diesem Umfeld. Außerdem wirkte ich in diversen Projekten mit, von Digital-Music bis Jazz, immer beflügelt, meinen eigenen Style zu finden und zu kreieren. Singen tue ich, wie mir der Schnabel gerade wächst. Gemeinsam Hand in Hand für eine Sache zu kämpfen, that’s my dream and mission!

Bless & protection,
MSOKE

Link: www.msoke.com