Ciao, Warteschleife!

Dequalifizierung, Gratis-Arbeit, Gebührenexplosion: Der Weg zur offiziellen Anerkennung in medizinischen Pflegeberufen stellt Drittstaatsangehörige vor gewaltige Hürden. Ein Erfahrungsbericht.

Die Nostrifikation [1], das heißt die staatliche Anerkennung meiner Ausbildung, als diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester (DGKS) wurde bei mir 2006 aktuell. Damals kämpfte ich als so genannte Drittstaatsangehörige um die Möglichkeit, beim Roten Kreuz als Pflegehelferin in der mobilen Hauskrankenpflege zu arbeiten. Als ich zum ersten Mal zur MA 15 (Magistrat für Gesundheitswesen und Soziales) am Modenapark im dritten Wiener Gemeindebezirk ging, wurde ich erst mal darüber aufgeklärt, welche Unterlagen fehlen. Das überraschte mich zunächst wenig.

Das Leben, (k)ein Liebesfilm

Das Kino weiß es schon längst: Nicht nur die Liebe, auch ein fremdenrechtlicher Vorteil wie Aufenthaltstitel, Arbeitserlaubnis oder die Staatsbürgerschaft kann ein Grund zum Heiraten sein. Doch welche Anregungen und Strategien für den Umgang mit den Fremdenbehörden können Filme zum Thema Scheinehe bieten?

Liebesfilme erzählen üblicherweise von großer, unbeherrschbarer Anziehung zwischen zwei gegengeschlechtlichen Protagonist_innen, die, allen Widrigkeiten zum Trotz, zur wahren Liebe und Beziehung führt. In vielen dieser Filme folgt der Liebe die Ehe – oder zumindest der Heiratsantrag, gestellt unter dramatischen oder rührenden Bedingungen. Es handelt sich dabei um ein universales Motiv, global wirksam und in allen Dekaden beliebt.

Jenseits der Kommerzialität: Freie Radios als Sprachrohr

Interview mit: 
Alexander Vojvoda, Radio FRO

Auch zehn Jahre nach ihrer Gründung bieten die Freien Radios einen niederschwelligen Zugang zum Medium und Gestaltungsmöglichkeiten ohne kommerzielle Zwänge. Wie steht es um das Verhältnis zwischen medialer Vielfalt und antirassistischer Praxen? Ein Gespräch über Professionalisierung, symbolische Anerkennung und Beschäftigungschancen migrantischer Radiomacher_innen.

migrazine.at: Die Freien Radios haben sich vor über zehn Jahren ihren Platz in der österreichischen Medienlandschaft erkämpft. In Abgrenzung zum kommerziellen Rundfunk verstehen sich die Freien Radios als "alternatives Medienprojekt" – u.a. wird hier immer wieder auf die starke Präsenz von Migrant_innen hingewiesen. Ist das auch als Teil einer antirassistischen Haltung zu verstehen?

Secondas in der Schweiz

Interview mit: 
Café Secondas

Nach Randalen junger Migranten am 1. Mai 2002 tauchte erstmals der Begriff "Secondos" – etwas später auch die Bezeichnung "Secondas" – in den Schweizer Medien auf. Schon bald eigneten sich Jugendliche der "Zweiten Generation" das Label an und besetzten diesen positiv. Der Begriff markiert seitdem eine neue Identitätspolitik, die die Mitte der Schweizer Gesellschaft erreicht hat.

migrazine.at: Wer ist eine Seconda bzw. ein Secondo?

Deutschland schaut weg und schiebt ab

Roma in Deutschland organisieren sich gegen Abschiebungen in den Kosovo: Alle bleiben!

alle bleiben! ist eine Vernetzung von jungen Roma aus Deutschland, die als Reaktion gegen die zunehmende Zahl der Abschiebungen von Roma in den Kosovo und nach Serbien entstanden ist. Viele der in alle bleiben! aktiven Menschen sind selbst davon betroffen oder haben Verwandte und Freund_innen, die in Deutschland nur geduldet und somit akut von Abschiebung bedroht sind.

Bücher gegen Normen

Interview mit: 
Ben Böttger

Beim Berliner NoNo Verlag ist der Name Programm.

Der Berliner NoNo Verlag verfolgt einen besonderen politisch-emanzipatorischen Ansatz: Er hat sich auf die Herausgabe von nicht-(hetero)normativen Büchern für Erwachsene und Kinder spezialisiert.

Situierte Kritik

Antirassistische Feminismen haben Geschichte. Der Blick zurück kann helfen, kritische Perspektiven auf die aktuellen Debatten über Critical Whiteness zu entwickeln.

In der kritischen Reflexion von Weißsein sind für mich vor allem zwei Aspekte antirassistischer Theorie und Praxis wichtig: Erstens, dass Rassismus grundsätzlich als Problem der Rassist_innen zu analysieren ist und nicht als eines derjenigen, die diskriminiert werden. Zweitens, dass eine Beschäftigung mit gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen nicht von der Positionierung der Schreibenden in eben diesen Verhältnissen losgelöst werden kann.

Glossar der politischen Selbstbezeichnungen: M wie ... Migrantin

Von A-Z: "Talking back from the margins" (bell hooks)

Die Bestimmung unserer eigenen politischen Identität als Migrantinnen verstehen wir als Gegenentwurf, als Bezeichnung eines oppositionellen Standorts. Wir sind uns der Gratwanderung bewußt, auf die wir uns begeben, wenn wir eine strategisch gedachte Identität konstruieren, die möglicherweise für einige ausschließend und für andere wiederum einengend wirkt. Doch erscheint es uns wichtig, daß über die Position, die wir einnehmen, die Einwanderungsgeschichte und -politik dieses Landes in den Mittelpunkt rückt.

Flucht, Gender und (un)mögliche Solidarität

Migration und Flucht sind geradezu zu Symbolen globaler Ungleichheiten geworden. Die

Heraus aus der Schattenmedizin!

Über die skandalöse Gesundheitsversorgung von Sans Papiers in der Schweiz.

Es gibt viele Arten zu töten.
Man kann einem ein Messer in den Bauch stecken
einem das Brot entziehen
einen von einer Krankheit nicht heilen
einen in eine schlechte Wohnung stecken
einen zum Selbstmord treiben
einen durch Arbeit zu Tode schinden
einen in den Krieg führen.
Nur weniges davon ist in unserem Staate verboten