"Österreich ist nicht interessiert"

Interview mit: 
Gerd Valchars

Blickt man über Österreichs Grenzen hinaus, wird klar: Das Wahlrecht für MigrantInnen ohne den "richtigen" Pass ist keine Utopie.

In vielen Ländern kann ich nur dann wählen gehen oder für politische Ämter gewählt werden, wenn ich die StaatsbürgerInnenschaft des jeweiligen Landes besitze. Waren in der Geschichte StaatsbürgerInnenschaft und Wahlrecht schon immer aneinander gekoppelt?

Roma, Sinti e Calon: uma realidade brasileira. (português)

Entrevista com: 
Márcia Yáskara Guelpa
Entrevista com: 
Nicolas Ramanush

Tanto Nicolas Ramanush como Márcia Yáskara não veem sua comunidade de modo paternalista e dependente, mas como uma comunidade forte que ao longo dos anos tem afirmado sua resistência e coragem diante de um Brasil que apresenta órgãos públicos apenas de modo consultivos.

Nesta edição migrazine.at entrevista dois representantes da comunidade Roma no Brasil. Márcia Yáskara Guelpa, Presidente da CERCI – Centro de Estudos e Resgate da Cultura Cigana[1] e Nicolas Ramanush, o então presidente da Embaixada Cigana[2] do Brasil - Phralipen Romani .

"No support for these anti-murder music campaigns" (english)

Interview with: 
Dane Lewis

Why Jamaican LGBT rights organization J-FLAG maintains that the boycott of homophobic Jamaican artists is not an option.

migrazine.at: The Jamaica Forum for Lesbians, All-Sexuals & Gays (J-FLAG) was founded in 1998 to work for "the fair and equal treatment of gays and lesbians under the law and by the ordinary citizen". It was the first organisation in Jamaica to stand up for "Lesbians, All-Sexuals and Gays". [1] Can you give us a short introduction to the way you have been working over the years?

Pippi ist Trend

Kinder- und Jugendliteratur prägt von frühester Kindheit an unsere Vorstellungen von Geschlecht. Und sie hat sich mittlerweile emanzipiert: Starke Mädchenfiguren gehören zum fixen Figurenrepertoire. Aber wie geschlechtergerecht ist der Kinderbuchsektor wirklich?

1986 erhielt Dagmar Chidolue für ihr Jugendbuch "Lady Punk" über ein unangepasstes Mädchen den Deutschen Jugendliteraturpreis. Die Vergabe des renommiertesten deutschsprachigen Jugendliteraturpreises, der immer schon ein Trendindikator der jugendliterarischen Szene war, machte deutlich: Das sogenannte Backfischbuch, das junge Frauen zu lieblichen, angepassten Gattinnen erziehen wollte, war passé.

Critical Feelgood-Faktor

Die Critical Whiteness Studies machen als neue rassismuskritische Forschungsrichtung von sich reden. Um dazu beitragen zu können, Rassismus zu bekämpfen, müssen sie sich aber auch in konkrete antirassistische Politik übersetzen.

Seit einigen Jahren finden die Critical Whiteness Studies (CWS) auch in Deutschland und Österreich Eingang in rassismuskritische Theorie und Praxis. Zunächst vor allem in Uni-Seminaren oder Workshops präsent, hat sich der Begriff – spätestens seit er das No-Border Camp [1] in Köln im Sommer 2012 entzweit hat – inzwischen aus dem akademischen Schattendasein gelöst und subkulturelles Schlagzeilenpotenzial entwickelt.

Bildungsprivilegien für alle!

Bildung spielt eine zentrale Rolle, wenn es um die Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe geht. Doch von Bildungsgerechtigkeit ist unsere Gesellschaft noch weit entfernt, wie die Politikwissenschaftlerin und Pädagogin María do Mar Castro Varela betont.

migrazine.at: In Wien plakatierte die Österreichische Volkspartei kürzlich: "Das Gymnasium gewinnt jeden PISA-Test." Der Plan der Sozialdemokrat_innen, eine Gesamtschule einzuführen, ist bisher an den Konservativen gescheitert. Steckt hinter dem Nein zur Gesamtschule die Angst, Privilegien zu verlieren?

"Der Begriff 'Klasse' gibt Kraft"

Interview mit: 
Saideh Saadat-Lendle

Als Teil der Lesbenberatung Berlin engagiert sich LesMigraS [1] zum Thema Mehrfachdiskriminierung und bietet Unterstützung für lesbische, bisexuelle Frauen und Trans*. migrazine.at fragte nach, welche Rolle "Klasse" in der Antidiskriminierungs- und Empowerment-Arbeit bei LesMigraS spielt.

migrazine.at: Beim Thema "Mehrfachdiskriminierung" stehen häufig Ausgrenzungserfahrungen aufgrund des Geschlechts, der "kulturellen Herkunft" und der sexuellen bzw. geschlechtlichen Identität im Vordergrund. Die Frage der Klassenzugehörigkeit wird dagegen nur selten angesprochen. Warum ist es so schwierig, über Klassenverhältnisse zu reden?

Migration und Gesundheit: Das Zauberwort heißt "Strukturelle Prävention"

Im Rahmen unserer Arbeit erleben wir täglich hautnah, wie massiv bestimmte Migrant_innen-Communitys sozialer und struktureller Diskriminierung ausgesetzt sind. Fehlender oder unsicherer Aufenthaltsstatus, fehlende Krankenversicherung sowie durch die Mehrheitsgesellschaft erfahrene Stigmatisierung, Diskriminierung und Rassismus sind die Barrieren für den Zugang zu HIV/STI-Prävention, die Migrant_innen am häufigsten erleben.

Franz Kafka lässt grüßen II: Im Labyrinth des ÖIF

Einige Tage später versuche ich abermals mein Glück und rufe wieder beim ÖIF an. Ich erreiche die stellvertretende Leiterin des Teams Werte. Sie ist freundlich und hilfsbereit. Als ich sie frage, was denn genau die "Werte der Rechts- und Gesellschaftsordnung" laut Integrationsgesetz seien, antwortet sie: "Gute Frage! Damit werden wohl die neun Module auf der Homepage vom ÖIF gemeint sein."

Sie sei nur Koordinatorin der Wertekurse, mehr könne sie mir nicht sagen. Aber die Rechtsabteilung werde mir sicher Auskunft geben.

So wehrt sich Migrant*innen-Organisation maiz gegen Schwarz-Blaue Kürzungen

Interview mit: 
Luzenir Caixeta

Im Dezember 2017 wurde der Migrant*innenberatungsstelle maiz kurzfristig mitgeteilt, dass die jährliche Förderung durch das Frauenreferat des Landes Oberösterreich umgehend eingestellt wird. Nun wurde nochmals nachgelegt: Ende Februar wurde maiz auch die Förderung des Gesundheitsressorts für ihre Arbeit mit Sexarbeiter*innen zu hundert Prozent gestrichen. Was jahrzehntelang erkämpft wurde, soll im Kahlschlag innerhalb kürzester Zeit vernichtet werden. Doch maiz und vernetzte Organisationen wehren sich, wie Luzenir Caixeta von maiz erzählt.

mosaik: maiz ist eine Selbstorganisierung von Migrant*innen. Was ist das Besondere an eurer Organisation?