"A fascist answer to their voters" (english)

Interview with: 
Leila Pereira Daianis

The following interview sheds some light on the new immigration law in Italy — which condemns every illegal immigrant to the condition of a "criminal" — as seen by the migrant transgender activist Leila Pereira Daianis.

Leila, could you please introduce yourself?

My name is Leila Pereira Daianis, I was born in Brazil 54 years ago, and my family is from Pernambuco, in the Brazilian Northeast. I graduated at the University of São Paulo (USP) in philosophy and language but I specialized in Greek Mythology and Theater.

"Rassismus ist ein unbenannter Stressfaktor"

Interview mit: 
Araba Evelyn Johnston-Arthur

Warum Rassismus traumatisiert und wie das Benennen rassistischer Gewalt heilend wirken kann.

migraZine: Bis vor kurzem war in der Schaufenstergalerie von maiz die Ausstellung Website "Valium Export – Banzo" zu sehen, die sich mit dem Verhältnis von Migration und Depression auseinandersetzt. Zur Ausstellungseröffnung warst du zu einem Gespräch eingeladen, in dem es um Rassismus und Trauma ging. Könntest du diesen Zusammenhang näher erläutern?

Den Falschen geheiratet

Damit Frauen, die vom nationalsozialistischen Regime verfolgt wurden, Entschädigungszahlungen erhalten, sind Eheschließung und Staatsbürgerschaft von zentraler Bedeutung. Mit dieser Politik werden jedoch historische geschlechtsspezifische Ungleichheiten bis in die Gegenwart fortgesetzt.

Sagen wir, es wäre ein Roman. Die Hauptfigur: eine Frau, 1916 in Wien geboren, eingetragen im Matrikenamt der Israelischen Kultusgemeinde. Die Mutter aus Ungarn, der Vater aus Wien. Kindheit und Schule im zweiten Wiener Gemeindebezirk, die Sommerferien bei der Oma in Ungarn. Eine wissbegierige junge Frau, auf deren Bildung die liebevollen Eltern immer Wert gelegt haben. Mit 18 Jahren verlobt sie sich mit einem jungen Mann aus dem Bekanntenkreis, in den sie sich verliebt hat.

"Hello, Mrs. Butler, nice to meet you"

Auf Initiative von Queers of Colour thematisierte Judith Butler beim diesjährigen Christopher Street Day in Berlin Homorassismus und Homonationalismus und löste damit eine heftige Debatte innerhalb der LGBTI-Szene aus. Die Aufmerksamkeit, die damit antirassistischen queeren Zusammenschlüsse zuteil wurde, war aber nur von kurzer Dauer.

Am Abend vor ihrem Auftritt beim Christopher Street Day (CSD) steht Judith Butler auf der Berliner Volksbühne, vor der biederen Kulisse des Stücks "Ein Chor irrt sich gewaltig". Nach ihrem Vortrag über "Queere Bündnisse und Antikriegspolitik" applaudiert der dicht gefüllte Saal der US-amerikanischen Philosophin, die wie ein Pop-Star gefeiert wird. Der Moderator lobt Butler dafür, dass sie sich auch politisch handfest äußern könne. Auf der Bühne werden ein paar Fragen an die 55-jährige Theoretikerin gestellt, eine beginnt mit: "Hello, Mrs.

Jenseits der Leitkultur

Güner Yasemin Balci, Sila Sönmez und Melda Akbaş – das Porträt dreier türkischstämmiger Autorinnen aus Berlin.

"Integration" ist mal wieder das große Thema. Alle Jahre wieder kommt jemand daher und provoziert mit billigen Thesen eine sogenannte Debatte. Dann kocht die Diskussion in Zeitungen, Meinungsblättern und Talkrunden hoch, bis irgendwann wieder Ruhe einkehrt. Die Stichworte haben sich seit über 20 Jahren kaum geändert: Von "Leitkultur" ist da die Rede und von "Parallelgesellschaften". Seit dem 11. September 2001 geht es außerdem vermehrt um Islamisierung, Muslime und die Werte des Westens. Die Grenzen scheinen abgesteckt, es bewegt sich kaum noch etwas.

Die nationale Roma-Strategie bis 2020

Selbstorganisierung abseits der offiziellen Strategiedokumente.

Budapest, Februar 2011: Viviane Reeding präsentiert dem Publikum der "4th European Roma Platform" die Pläne der EU-Kommission zum Thema Roma. Die Pläne verpflichten alle EU-Mitgliedsländer, bis Ende des Jahres 2011 ihr "Roma-Strategiepapier" zu erstellen.

"Come on Baby, Light My Fire ..."

"... everything you drop is so tired / Music is supposed to inspire / How come we ain't getting no higher?" – Lauren Hills Proklamation wird hier beim Wort genommen: Ansichten auf emanzipatorisch inspirierte Musik von Reggae/Dancehall-Artists.

1987 machte Macka Diamond aka Lady Mackerel zum ersten Mal mit "Don Girl" (im Sinne eines "well respected girl") auf sich aufmerksam – eine Antwort auf Major Mackerels "Don Man". Damit hat sie sich als eine der frechen und um Gleichberechtigung bemühten Dancehall-Queens hervorgetan. Mit der Nummer "Tek Con" (2003) entgegnete sie abermals einer chauvinistischen Nummer, nämlich "Tek Buddy Gyal" von Vybz Kartel.

Sexualkunde machen

Interview mit: 
Lilly Axster

"Wenn zwei miteinander schlafen und plötzlich aufs Klo müssen, was dann?" – Das Aufklärungsbuch "DAS machen?" nimmt Kinder ernst und bricht mit Gewohntem.

"DAS machen?" ist ein Aufklärungsbuch für 6- bis 12-Jährige, das vielen Verlagen womöglich "zu queer" war, wie die Autorin Lilly Axster erzählt. Gemeinsam mit der Illustratorin Christine Aebi hat sie bislang vier Kinderbücher gestaltet, die mit stereotypen Geschlechterrollen brechen und allesamt den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis gewonnen haben. Auch "DAS machen?" wurde unlängst preisgekrönt.

Hemato-nationalism: The Past, Present, and Future of "Japanese Blood" (english)

In Japan blood is less a criterion of membership in a natal family but much more a measure of indissoluble nationality. The compelling fiction of "pure blood" has been nurtured and sustained over a century by a multi-authored hemato-narrative.

In Japan citizenship is based on the principle of jus sanguinis. Naturalized citizenship is a possibility, but there is a tacit understanding at large that really real, or "pure," Japaneseness is qualified (and circumscribed) by "blood'' (chi, ketsu). Further, for many Japanese today, blood is understood in terms of blood type, which, despite its controversial serological history, prevails as a popular mode of horoscopy, match-making, and personality analysis.

Blood: Cute ...

Neues deutsches Reinheitsgebot: Bier mit Prollfaktor

Wie die Werbung für das "Proll-Bier" Astra sich über die "bildungsferne Unterschicht" lustig macht.

Heute ist nicht mehr der DDR-Klassenkämpfer mit gestähltem Bizeps und roter Fahne das gängige Zerrbild der einfachen ArbeiterInnen, sondern verwahrloste Unterschichts-Heinis mit prolligen Plauzen und durch Hartz IV aufgestockten Jobs, die ihre Finger nicht vom Alkohol lassen wollen. Dabei war die Kombination von Alkohol und nicht-akademisch gebildeter ArbeiterInnenklasse im öffentlichen Bewusstsein nicht immer ausschließlich mit dem Säufer-Image verbunden.