Von "Inhabitants" und "Citizens"

Wie hat sich das Wahlrecht in den klassischen Einwanderungsländern USA und Kanada entwickelt? Eine Geschichtsstunde zu den historischen Gesetzesgebungen in Nordamerika.

Die Vereinigten Staaten von Amerika waren von Anfang an eine Nation von EinwandererInnen. Zusammen mit Kanada galten die USA im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert als Fluchtstätten vor politischer Verfolgung, aber auch als "Traumländer", in denen man möglichst schnell möglichst viel erreichen konnte.

Die Kulturalisierung der Psyche

Über die Konstruktion von Fremdheit und die Konsequenzen für die psychosoziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft.

"Wenn ein Südländer erkrankt, steht ihm die ganze Familie bei. Der Bezug zum Körper ist sehr stark, ohne Körper geht gar nichts, deswegen wird auch für 'gutes Essen' gesorgt. Die südländischen Frauen sind beim Einkaufen sehr pingelig. Fett wird gemieden, die Farbe muß schön sein, Obst und Gemüse müssen frisch sein. Daß nur einmal am Tag gekocht und abends kalt gegessen wird, ist eine Übernahme der deutschen Gewohnheiten, die auch nur deswegen geschehen ist, weil man selten gemeinsam ißt.

We are queer, we are … here?

Mit der Einführung der Eingetragenen Partnerschaft für lesbische und schwule Paare im vergangenen Jahr wurde auch das Asylgesetz novelliert. Erstmals erhalten damit gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften asylrelevante Bedeutung. Was zunächst wie ein Fortschritt wirkt, stellt sich bald als zynische Fortsetzung heteronormativer Traditionen dar.

Wir schreiben den 10. Dezember 2009. Amnesty International feiert den Tag der Menschenrechte. Der österreichische Nationalrat beschließt das "Eingetragene Partnerschaft-Gesetz" (EPG). Aber nicht alle jubeln. Warum auch? Wer nicht in einer heterosexuellen Zweierbeziehung lebt, darf auch nicht am Standesamt heiraten. Adoption ist für schwule und lesbische Partner_innen weiterhin nicht möglich. Auch den Möglichkeiten, die ihnen die Reproduktionsmedizin längst bietet, wurde ein rechtlicher Riegel vorgeschoben.

Reality Check #2010

Migrant_innen und Medien: Beobachtungen zu einem Phänomen.

Die Repräsentationslogik: Mittlerweile ist auch im Mainstream der Medien der Ruf nach einer stärkeren Präsenz von Migrant_innen zu vernehmen. Als Produzent_innen von Medieninhalten tauchen diese aber weiterhin nur selten auf. Noch immer wird in der Regel mehr über Migrant_innen als von Journalist_innen mit Migrationshintergrund berichtet. Ebenso stellt in kommerziellen wie öffentlich-rechtlichen Medien die Selbstrepräsentation von Migrant_innen eine Ausnahme dar.

Mittendrin und unterwegs

Trends der jungen türkisch-deutschen Literatur – und ein Blick auf die neue "Chick-Lit alla turca", die den Minirock nicht mit dem Kopftuch, dafür mit der Küchenschürze verbindet.

Heuer begehen TürkInnen in Deutschland ein besonderes Jubiläum: 1961 wurde der sogenannte Anwerbevertrag zwischen Deutschland und der Türkei geschlossen. Türkische MigrantInnen in der Bundesrepublik feiern also ein halbes Jahrhundert Einwanderung. Entgegen rechtsnationalistischer Polemiken ist die türkische Einwanderung insgesamt eine Erfolgsgeschichte, gerade auch im kulturellen Bereich. Grund genug, sich der Literatur zuzuwenden: Welche neuen Trends und Tendenzen gibt es hier?

Hip Hop Generation Next (english)

Trey, Maya & Koolism: Second Generation Transmigrants, In-betweenness and Multicultural Australian Hip Hop

Melissa Butcher and Mandy Thomas begin their edited volume "Ingenious", a collection of essays which celebrates various subcultural expressions of multicultural youth in Australia, with the following quote from Stuart Hall:

Selbstorganisation und Selbsthistorisierung

Die Strategien der Sinti, Roma und Jenischen im Umgang mit der Mehrheitsgesellschaft

Was nicht schriftlich festgehalten wird, gilt als nicht historisch verbürgt. Oder umgekehrt: Schriftliche Quellen gelten als gesichert. Wissen und Geschichte, die nicht auf Schriftlichkeit basieren, haben es ungleich schwerer, wahrgenommen zu werden: Sie werden häufig in den Bereich des Spekulativen, Unbekannten, Fremden verschoben. Dies gilt vor allem für jene sozialen Gruppen und Gesellschaften, die Wissen ausschließlich mündlich weitergegeben haben.

Music Mixtape

Der schweizerisch-tansanische Sänger MSOKE über die Entstehung und Bedeutung seiner Musik.

MSOKEs wurde in Tansania geboren, später wuchs er in Zürich in einem musikaffinen Umfeld auf. Sein musikalischer Werdegang begann vor über 22 Jahren, führte auf viele große Bühnen Europas und mündet in deepem, urbanem Soul mit hörbaren Wurzeln in der Afro-, Soul- und Reggae-Musik. Mit tiefgründigen Lyrics möchte er allen das Herz öffnen. Seine nicht alltägliche Lebensgeschichte und der Kampf um Toleranz – er wurde als Frau geboren und machte ursprünglich als Ragga-Queen Karriere – finden sich in manchen seiner Texte wieder.

Von Drachenzähmerinnen und Seepferdchen

Neun Buchempfehlungen von Eltern und Kindern

Drei Generationen sind begeistert: "Die rote Zora und ihre Bande"

Der rote abgegriffene Buchband ist seit nunmehr sechzig Jahren in unserem "Familienbesitz". Meiner Mutter wurde das Buch von ihrer Hauptschullehrerin in den biederen 1950er-Jahren empfohlen. Das war eine aufgeschlossene, fortschrittliche Frau, die sich gegen sinnlose patriarchale Regeln wehrte. "Die rote Zora und ihre Bande" legte sie allen ihren Schülerinnen ans Herz. Ein so starkes Mädchen wie die Bandenführerin Zora war ein seltenes Rolemodel in dieser Zeit.

Die Normalität entnormalisieren

Interview mit: 
Lann Hornscheidt

Wie lassen sich "weiße" Privilegien und Normen benennen? Vina Yun sprach mit Lann Hornscheidt, Professx für Gender Studies und Sprachanalyse in Berlin, über die Möglichkeiten antirassistischen sprachlichen Handelns.

migrazine.at: In der Auseinandersetzung mit "Weißsein" geht es immer wieder auch um antirassistische Sprachkritik. Dabei werden insbesondere verletzende Begriffe infrage gestellt und politische Selbstbezeichnungen minoritärer Gruppen wie etwa "People of Color" in den Vordergrund gerückt. Wie lässt sich jedoch "Weißsein" – als das Nicht-Benannte, Unsichtbare – thematisieren?