Rassismus und "Schweinegrippe"

Trägt die Wahrnehmung der Nordamerikanischen Grippe, der so genannten "Schweinegrippe", dazu bei, den alltäglichen Rassismus zu verstärken?

Rassismus basiert auf Gegensatzpaaren. Nach Wulf D. Hund [1] ist eine wichtige Form des Rassismus das Gegensatzpaar "Reine und Unreine". Dieses Gegensatzpaar finde sich zunächst und am deutlichsten im Kastenwesen in Indien, sei aber auch beim Entstehen des Begriffs "Rasse" in Spanien im Antijudaismus wesentlich gewesen. Und auch im Begriff "Rassenhygiene" zeigte sich die Verknüpfung von Unreinheit, Krankheit und Seuche mit Rasse. Unreinheit und Krankheit werden auf klassenrassistische Konstruktionen projiziert.

We are Family?

Queer-feministische Lebensformenpolitiken zielen nicht nur auf die Anerkennung alternativer Familienkonstellationen ab: Sie fordern auch eine gesellschaftliche Umverteilung, die ein Mehr an individuellen Rechten und Zugang zu öffentlichen Ressourcen ermöglicht.

Die Frage, wer bzw. was eine Familie ist, hat derzeit Konjunktur. Viel steht auf dem Spiel, gerät doch die traditionelle Vorstellung von Familie als verheiratetem Paar mit Kind(ern) angesichts der zunehmenden Pluralisierung von Lebensformen immer mehr ins Wanken. Einen wichtigen Anteil an der Brisanz der Debatten haben gegenwärtige Entwicklungen rund um die rechtliche Anerkennung lesbischer und schwuler Paarbeziehungen. Denn: Welche Rechte und Pflichten diesen zugestanden werden können und sollen, hängt nicht zuletzt von der Definition des Familienbegriffs ab.

Fluchtwege freihalten

Die Deserteurs- und Flüchtlingsberatung Wien unterstützt Asylsuchende mit den unterschiedlichsten Fluchtgründen in rechtlichen und sozialen Fragen. Das überwiegend ehrenamtlich tätige Team versteht seine Arbeit jedoch nicht als bloße Informationsvermittlung, sondern auch als Beitrag, der hiesigen restriktiven Asylpolitik entgegenzuwirken

migrazine.at: Könntest du beschreiben, wie und mit wem die Deserteurs- und Flüchtlingsberatung arbeitet? Welche Angebote macht euer Verein?

Petra Limberger: Die Deserteurs- und Flüchtlingsberatung bietet Rechts- und Sozialberatung für AsylwerberInnen, subsidiär Schutzberechtigte – also Personen, denen ein vorübergehendes Aufenthaltsrecht in Österreich zuerkannt wurde – und anerkannte Flüchtlinge. Darüber hinaus finden bei uns Deutschkurse und ein Deutsch-Konversationsprojekt statt.

Die Sache mit dem Akzent

Interview mit: 
Clara Akinyosoye
Interview mit: 
Claudia Unterweger
Interview mit: 
Olivera Stajić

Welche Möglichkeiten halten Mehrheits-Medien JournalistInnen mit Migrationshintergrund offen? Und wie erfolgsversprechend sind die neuen "multikulturellen Nischen" innerhalb des Medien-Mainstreams? Eine Gesprächsrunde mit Clara Akinyosoye von der Initiative M-Media, Olivera Stajić vom Online-Magazin “daStandard.at“ und Claudia Unterweger vom Jugendradiosender FM4.

migrazine.at: Mich würde zunächst eure persönliche Arbeitsbiografie interessieren: Wie seid ihr da hingekommen, wo ihr jetzt seid? Und inwieweit spielt die migrantische Herkunft in eurer beruflichen Karriere eine Rolle?

Roma, Sinti and Calo: brazilian realities (english)

Interview with: 
Márcia Yáskara Guelpa
Interview with: 
Nicolas Ramanush

Márcia Yáskara and Nicolas Ramanush present the new reality for the Roma communities in Brazil: moving forward in spite of lack of official support.

In this edition migrazine.at interviewed two representatives of the community Roma in Brazil. Márcia Yáskara Guelpa, President of the CERCI-Centro de Estudos e Resgate da Cultura Cigana[1] and Nicolas Ramanush, the then president of the Embaixada Cigana do Brasil[2] - Phralipen Romani.

"Sprache ist ein Gebrauchsgegenstand"

Interview mit: 
Maureen Maisha Eggers

Die Entscheidung des Thienemann Verlags, Klassiker wie "Die kleine Hexe" sprachlich zu "modernisieren", löste eine heftige Debatte über diskriminierende Begriffe in Kinderbüchern aus. Im Gespräch mit migrazine.at analysiert die Erziehungswissenschaftlerin Maureen Maisha Eggers die Bedeutung antirassistischer Sprachinterventionen und ortet neue Räume der Solidarisierung.

migrazine.at: Welche rassistischen und kolonialen Traditionen und Stereotype finden sich in deutschsprachigen Kinderbüchern?

Vom Schauen und Sehen

Schwarze Literatur und Theorieproduktion als Chance für die weiße Mehrheitsgesellschaft.

Mein Projekt ist ein Bemühen darum, den kritischen Blick vom rassischen Objekt zum rassischen Subjekt zu wenden; von den Beschriebenen und Imaginierten zu den Beschreibenden und Imaginierenden; von den Dienenden zu den Bedienten.
- Toni Morrison [1]

Deutschland schaut weg und schiebt ab

Roma in Deutschland gegen Abschiebungen in den Kosovo, nach Serbien und Mazedonien: Alle bleiben!

alle bleiben! ist eine Vernetzung von jungen Roma aus Deutschland, die als Reaktion gegen die zunehmende Zahl der Abschiebungen von Roma in den Kosovo und nach Serbien entstanden ist. Viele der in alle bleiben! aktiven Menschen sind selbst davon betroffen oder haben Verwandte und Freund_innen, die in Deutschland nur geduldet und somit akut von Abschiebung bedroht sind. Unterstützt werden sie bei ihrem Einsatz von vielen Organisationen in Deutschland und Europa, die sich für Menschenrechte und gegen Rassismus einsetzen.

Im Häfen der Ehe

Interview mit: 
Angela Magenheimer

Die Initiative "Ehe ohne Grenzen" fordert die Wahrung der Menschenrechte in der Fremden- und Ehepolitik in Österreich.

migrazine: Seit wann gibt es "Ehe ohne Grenzen", und was war der Anlass, den Verein zu gründen?

Einleitung

Seit den 1990er Jahren schotten sich die europäischen Staaten mit immer restriktiveren Asyl- und Fremdengesetzen gegen Zuwander_innen ab. Auch in der kürzlich von der SPÖ-ÖVP-Koalition vorgestellten Maßnahme der Flüchtlingshaft für Asylsuchende („Mitwirkungspflicht“) und im jüngsten Anschlag auf ein Grazer Asylheim manifestieren sich einmal mehr staatlicher Rassismus und rechte Hetze.