Kritik, die ungehört verhallt

Die Thematisierung von Klassismus in queer_feministischen Zusammenhängen ist nicht neu. Und doch hat sich in den letzten fünfzig Jahren nur wenig verändert.

Die erste Auseinandersetzung mit dem Begriff "Klassismus" findet sich in einer Essay-Sammlung der überwiegend proletarischen Lesbengruppe The Furies, die 1974 unter dem Titel "Class & Feminism" veröffentlicht wurde. Sie beinhaltet viel Kritik an der eigenen Szene, die sich zum Großteil auch auf die heutigen Verhältnisse übertragen lässt. So problematisierten die Aktivistinnen schon damals die für sie unverständliche Haltung finanziell besser gestellter Mitstreiterinnen, (potenziell) vorhandenes Geld lieber zu verleugnen statt zu teilen.

F.A.Q. "Zweite Generation"

Über Herkunftsdialoge und doppeltes Anderssein. Ein Kommentar.

Ich gehöre zu den ältesten der in Österreich geborenen Kinder südkoreanischer Einwander_innen, die ab den 1970er Jahren hierher migrierten. Meiner Erinnerung nach hörte ich die Bezeichnung "Zweite Generation" zum ersten Mal am Gymnasium, aus dem Mund einer Lehrerin, die (natürlich nur in bester Absicht) meinen angeblichen "Identitätskonflikt" in Worte zu fassen versuchte.

Make Some Noise Against Homophobia!

"Battyboy"-Tunes und der Widerstand dagegen

Seit 2003 gibt es in Nordamerika und Europa immer wieder Anti-Homophobie-Kampagnen gegen Auftritte von Reggae- und Dancehall-Entertainer_innen aus Jamaika. Oft werden Konzerte aufgrund des öffentlichen Drucks von Organisationen für die Rechte von LGBTIQ abgesagt. Hauptakteurin auf internationaler Ebene war diesbezüglich lange Zeit die britische LGBTIQ-Organisation OutRage! und deren Sprecher Peter Tatchell.

Die Hauptschule: Ein Ort der Verachtung

Für die Reproduktion von Klassenverhältnissen spielen staatliche Institutionen wie die Schule eine entscheidende Rolle. Die Hauptschule erscheint dabei als eine institutionalisierte Form von Klassismus.

Die in den 1960er Jahren in Deutschland entstandene Hauptschule zielte ursprünglich auf eine praktische Berufsausbildung ab. Im Laufe der Jahre jedoch wurde sie vor allem in den Großstädten zu einer "Restschule" für Arme und MigrantInnen. Während das Gymnasium die Tore zu den Universitäten öffnet und die Realschule Wege zur Ausbildung ebnet, führt der Hauptschulabschluss häufig in die Arbeitslosigkeit.

"Österreich ist nicht interessiert"

Interview mit: 
Gerd Valchars

Blickt man über Österreichs Grenzen hinaus, wird klar: Das Wahlrecht für MigrantInnen ohne den "richtigen" Pass ist keine Utopie.

In vielen Ländern kann ich nur dann wählen gehen oder für politische Ämter gewählt werden, wenn ich die StaatsbürgerInnenschaft des jeweiligen Landes besitze. Waren in der Geschichte StaatsbürgerInnenschaft und Wahlrecht schon immer aneinander gekoppelt?

Roma, Sinti e Calon: uma realidade brasileira. (português)

Entrevista com: 
Márcia Yáskara Guelpa
Entrevista com: 
Nicolas Ramanush

Tanto Nicolas Ramanush como Márcia Yáskara não veem sua comunidade de modo paternalista e dependente, mas como uma comunidade forte que ao longo dos anos tem afirmado sua resistência e coragem diante de um Brasil que apresenta órgãos públicos apenas de modo consultivos.

Nesta edição migrazine.at entrevista dois representantes da comunidade Roma no Brasil. Márcia Yáskara Guelpa, Presidente da CERCI – Centro de Estudos e Resgate da Cultura Cigana[1] e Nicolas Ramanush, o então presidente da Embaixada Cigana[2] do Brasil - Phralipen Romani .

"No support for these anti-murder music campaigns" (english)

Interview with: 
Dane Lewis

Why Jamaican LGBT rights organization J-FLAG maintains that the boycott of homophobic Jamaican artists is not an option.

migrazine.at: The Jamaica Forum for Lesbians, All-Sexuals & Gays (J-FLAG) was founded in 1998 to work for "the fair and equal treatment of gays and lesbians under the law and by the ordinary citizen". It was the first organisation in Jamaica to stand up for "Lesbians, All-Sexuals and Gays". [1] Can you give us a short introduction to the way you have been working over the years?

Pippi ist Trend

Kinder- und Jugendliteratur prägt von frühester Kindheit an unsere Vorstellungen von Geschlecht. Und sie hat sich mittlerweile emanzipiert: Starke Mädchenfiguren gehören zum fixen Figurenrepertoire. Aber wie geschlechtergerecht ist der Kinderbuchsektor wirklich?

1986 erhielt Dagmar Chidolue für ihr Jugendbuch "Lady Punk" über ein unangepasstes Mädchen den Deutschen Jugendliteraturpreis. Die Vergabe des renommiertesten deutschsprachigen Jugendliteraturpreises, der immer schon ein Trendindikator der jugendliterarischen Szene war, machte deutlich: Das sogenannte Backfischbuch, das junge Frauen zu lieblichen, angepassten Gattinnen erziehen wollte, war passé.

Critical Feelgood-Faktor

Die Critical Whiteness Studies machen als neue rassismuskritische Forschungsrichtung von sich reden. Um dazu beitragen zu können, Rassismus zu bekämpfen, müssen sie sich aber auch in konkrete antirassistische Politik übersetzen.

Seit einigen Jahren finden die Critical Whiteness Studies (CWS) auch in Deutschland und Österreich Eingang in rassismuskritische Theorie und Praxis. Zunächst vor allem in Uni-Seminaren oder Workshops präsent, hat sich der Begriff – spätestens seit er das No-Border Camp [1] in Köln im Sommer 2012 entzweit hat – inzwischen aus dem akademischen Schattendasein gelöst und subkulturelles Schlagzeilenpotenzial entwickelt.

Bildungsprivilegien für alle!

Bildung spielt eine zentrale Rolle, wenn es um die Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe geht. Doch von Bildungsgerechtigkeit ist unsere Gesellschaft noch weit entfernt, wie die Politikwissenschaftlerin und Pädagogin María do Mar Castro Varela betont.

migrazine.at: In Wien plakatierte die Österreichische Volkspartei kürzlich: "Das Gymnasium gewinnt jeden PISA-Test." Der Plan der Sozialdemokrat_innen, eine Gesamtschule einzuführen, ist bisher an den Konservativen gescheitert. Steckt hinter dem Nein zur Gesamtschule die Angst, Privilegien zu verlieren?