100 Prozent Gemeinderat

Parallel zur offiziellen Kommunalwahl am 7. Juni 2009 lud die Initiative "Freiburger Wahlkreis 100 %" Nicht-Wahlberechtigte zur Stimmabgabe ein.

Anfang Juni 2009: Neben den Europaratswahlen finden in Deutschlands südlichster Großstadt Freiburg Kommunalwahlen statt. Kurz darauf steht das Ergebnis für den Gemeinderat fest: Philip Bona, Präsident des Afrika-Rats in Freiburg, ist König der Stimmen.

"J-Flag unterstützt diese 'Anti-Murder Music'-Kampagnen nicht"

Interview mit: 
Dane Lewis

Die Auftritte homophober jamaikanischer Dancehall-Artists in Europa zu boykottieren, halt die LGBT-Organisation J-FLAG für wenig zielführend.

migrazine.at: J-FLAG wurde 1998 gegründet, um für "die faire und gerechte Behandlung von Schwulen und Lesben im Gesetz und durch die Bevölkerung" zu arbeiten. Es war die erste Organisation in Jamaika, die sich für "Lesben, All-Sexuals und Schwule" [1] eingesetzt hat. Kannst du uns eine kurze Einführung in eure Arbeitsweisen der letzten Jahre geben?

Gestatten: Hermine Potter, Installateurin

Interview mit: 
Renate Tanzberger

Wer identifiziert sich mit welchen Figuren in Kinder- und Jugendbüchern? Und wie steht es um Rollenklischees in Schulmaterialien? migrazine.at fragte beim feministischen Bildungsverein EfEU nach.

migrazine.at: Beim Verein EfEU setzt ihr euch unter anderem für die Erweiterung der Geschlechterrollen von Mädchen und Buben ein – welchen Beitrag kann hier Kinder- und Jugendliteratur leisten?

"Etwas Besseres werden"

Weißsein, Körpernormen, Altersdiskriminierung, Tierrechte – über alles wird gesprochen, doch die eigene soziale Herkunft offenzulegen, stellt noch immer ein großes Hindernis dar.

Alljährlich vor Projektwochen fragte mein Klassenvorstand im Gymnasium: "Wer von euch ist bedürftig? Wer braucht die Beihilfe?" Logischerweise zeigte niemand auf, und logischerweise gab es jedes Mal zu Hause deshalb Ärger. Dass meine Familie "arm" war, war nie das primäre Thema. Vielmehr wollte vor allem mein Vater, dass wir Kinder "etwas Besseres" werden. Daher Gymnasium um jeden Preis, Drill, Schweiß und Tränen für die guten Noten.

Die Sache mit dem Akzent

Interview mit: 
Clara Akinyosoye
Interview mit: 
Claudia Unterweger
Interview mit: 
Olivera Stajić

JournalistInnen, die die politische oder kulturelle Identität "MigrantIn" tragen, sind bei Mainstream-Medien unter bestimmten Bedingungen willkommen. migrazine. at sprach mit Clara Akinyosoye von der Initiative M-Media, Olivera Stajić vom Online-Magazin und Claudia Unterweger vom Jugendradiosender FM4 über ihre Erfahrungen im Medienbereich.

migrazine.at: Mich würde zunächst eure persönliche Arbeitsbiografie interessieren: Wie seid ihr da hingekommen, wo ihr jetzt seid? Und inwieweit spielt die migrantische Herkunft in eurer beruflichen Karriere eine Rolle?

"Dienstboten, Katholiken, Juden, Frauen, AusländerInnen"

Im Schweizer Kanton Basel-Stadt fordert ein breites BürgerInnen-Bündnis das kantonale Wahlrecht für MigrantInnen. Im März dieses Jahres wurden mehrere tausend Unterschriften an die Kantonsregierung übergeben. Im Beitrag stellt die Basler Stimmrechtsinitiative ihre Forderungen vor.

Die "Basler Stimmrechtsinitiative" [1] wurde im September 2007 von einem Personenkomitee lanciert, dem VertreterInnen aus verschiedenen Parteien, Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften und aus der Kultur angehören. Die Initiative tritt dafür ein, dass MitbewohnerInnen mit Migrationshintergrund, welche die Niederlassungsbewilligung, die sogenannte C-Bewilligung, besitzen und mindestens fünf Jahre im Kanton leben, stimmen und wählen können. [2]

Queer Politics im Exil und in der Migration

Was bedeutet "Queere Politik" im Kontext von Asyl und Migration? Wie werden "Ausländerinnen" und "Lesben" vom deutschen Staat "angerufen"? Und welche Auswirkungen hat dies auf die Selbstwahrnehmung und die politischen Handlungsstrategien von immigrierten und exilierten lesbisch lebenden Frauen? Eine kritische Betrachtung der Ein- und Ausschlusslogik im Rahmen des Nationalstaates und ihrer subjektkonstituierenden Wirkungskraft.

Frauen im Exil und in der Migration haben nicht nur mit Unsichtbarmachung und Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts zu kämpfen. Vielmehr sehen sie sich mit ständiger Kontrolle und Regulierung ihres Bewegungsraumes aufgrund des Status als "Ausländerin" konfrontiert. Eine Repräsentation ihrer Stimmen auf politischer oder diskursiver Ebene findet in Öffentlichkeit wie Gegenöffentlichkeit kaum statt. [1] Anthologien wie "Talking Home. Heimat aus unserer Feder.

Nationale Mythen irritieren

Interview mit: 
Erol Yildiz

Über die neue "postmigrantische" Generation und ihr Selbstverständnis jenseits traditioneller ethnisch-nationaler Identitätsentwürfe: ein Gespräch mit dem Migrationsforscher Erol Yildiz.

migrazine.at: Mit Bezeichnungen wie "Zweite" und "Dritte Generation" wird versucht, eine neue Lebensrealität zu beschreiben: Menschen, die nicht selbst migriert sind, aber dennoch als Migrant_innen angerufen werden, und deren Biografien von Rassismus-Erfahrungen geprägt sind. Welche Auseinandersetzungen und Debatten stehen hinter diesen Begriffen?

Der Battyman wehrt sich

Mordaufrufe auf heimischen Bühnen zu verhindern, gestaltet sich schwieriger als angenommen

Der Song "Boom Bye Bye" von Buju Banton von 1992 gilt als erster sogenannter "Battyman Tune" der Dancehall-Szene Jamaikas. "Battyman Tunes" sind Songs, in denen gegen schwule Männer gehetzt, ja sogar zum Mord aufgerufen wird. Lesben kommen – wie so oft in homophoben und männlich dominierten Strukturen – nur selten vor. Die weibliche Sexualität wird marginalisiert, dafür der Sex zwischen Männern auf Analverkehr reduziert und daher als besondere Bedrohung wahrgenommen: Der Ausdruck "Battyman" heißt nichts anderes als "Arschmann".

Beginn der "Stop Murder Music"-Kampagne

"Ich hasse Rosa!"

Quer durch die Verlage gibt es durchaus progressive und feministische Kinderbücher.

Der Gang in Filialen größerer Buchketten kann aus vielen Gründen deprimierend sein. Beispielsweise kann es passieren, dass auf die Frage "Ich suche Bücher für Zehnjährige" mit der Gegenfrage "Bub oder Mädchen?" geantwortet wird. Wie bei den meisten Konsumartikeln sind die Verkaufsregale von Kinder- und Jugendbüchern nach Geschlechtern getrennt: Für Mädchen gibt es Hexen und bald mal Liebesgeschichten, während bei Buben Ritter und Detektivgeschichten hoch im Kurs stehen.